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Wein ...

Der Wein ist ein Getränk, das sich entwickelt. Er verhält sich wie ein Lebewesen, hat eine Jugend, die gefolgt ist von einer Phase des Reifens, welche letztlich mit physiologischer und qualitativer Erschöpfung endet.

Wine is a drink that is always in motion. Wine is similiar to a being; has a youth, followed by a period of short or long maturation and finally ends in a state of physiological and qualitative exhaustion.
Das Ordnungsprinzip in der Internationalen Weinwelt gestaltet sich vorherrschend über die Verschiedenartigkeit der Rebsorten. Wir halten uns an dieses marktgerechte und vernünftige Prinzip ebenso; deshalb legen wir eher Wert auf interessante Rebsortenweine denn eine allzu breite Auswahl von Lagenweinen.
Hier steht Ihnen deshalb eine kleine Rebsortenkunde zum Studium zur Verfügung.
 
Durst

Als Kind hinauslaufen in den Sommerregen und die dicken schweren Tropfen mit der Zunge fangen; in den großen Ferien auf dem Land im Kuhstall aus der Schöpfkelle Milch trinken; später mit Freunden und Freuden im Wein nach Wahrheit suchen - das sind ein paar Stationen auf dem Lebensweg des Wesens, das zutreffender homo bibens hieße, der trinkende Mensch. Hat er etwa, durch alle Zeiten und Sprachen, das Essen besungen? Ist in Gedichten und Liedern etwa von Kalbsnierenbraten, Kavier oder Räucherlachs die Rede? Der Volksmund singt vielmehr lauthals und mehrstimmig von Quellen, Brunnen, Bächen - vor allem aber vom Wein.
Es muß am Durst liegen, der uns, gerade zur Welt gekommen, befällt und nicht wieder losläßt. Fällt der Pegel unter den Strich, so signalisieren schon junge Individuen diese Tatsache akustisch (der Urschrei). Ältere äußern sich verbal (bitte die Getränkekarte). Allen gemeinsam ist, daß sie dem Mangel durch Trinken abhelfen. Weintrinker dürfen dabei schlürfen, andere nicht. Der Vorgang ist mit Lustgefühl verbunden.
Es muß am Wissensdurst liegen, daß unsere Fantasie immer neue Durststiller erfand (die Mönche mit heiligem Eifer allen voran:
Klare und schwarze, bernsteinfarbene und rubinrote. Süße und saure. Süßsaure. Bittere. Bittersüß. Sanft wie Samt und feurig wie die Hölle spiegeln sie wider, was der Mensch empfinden kann. 
 Thirst

Running out into the summer rain with the mouth wide open to catch the heavy raindrops; drinking milk from the ladle in the cowshed down on the farm during the long vacation; later in the life, searching for truth in the wineglass - those are just a few of the stages in the evolution of a being who might aptly be called homo bibens.
Drinking man. For all tongues, climes and ages, what has he sung praises of? His food? In his poems and songs, does he celebrate veal, caviar oder smoked salmon? Hardly.
Vox populi has beer singing instead, in unison and happy unanimity, of springs and fountains and streams - but most of all, of wine.
To blame, of course, is that thirst which befalls poor mortals as soon as they see the light of day and which never lets up again afterwards. Feeling its intensity rise, our smallest contemporaries emit an appropiate accoustic signal (the primeval yell). While their elders give a more verbal response (the winelist, please!). What both have in common is the remedy: they drink. In doing which, wine-drinkers may slurp, children should not. The whole process produces a pleasurable sensation.
To blame too is the thirst for knowledge which fires our ingenuity in devising ever more thirst-quenchers (monks showing the way with holy glee): Dark of clear, amber or ruby-red. Sour or sweet. Sour-sweet. Bitter. Bitter-sweet. Soft als velvet or fiery as hell, reflecting man’s appetites - and thirsts.

  

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