Im Jahre 1144 kam das dem Pfalzgrafen bei Rhein unterstehende Gebiet um Zell zum Kurfürstentum Trier, Befestigungen und Burgen wurden errichtet. 1222 gab der Landesherr Theoderich von Wied dem Ort Zell das Recht, sich mit einer Mauer zu umgeben (Stadtrecht). 110 Jahre später unter Kurfürst Balduin, Graf von Luxemburg (Bruder Kaiser Heinrichs VII) entsteht vor dem Nordtor (Himmerodertor) ein burgartiges Eck- und Bollwerk,
das Schloss Zell
Eine Freitreppe führt vom umschlossenen Schloßhof zum neuen Saal. Im 18. Jahrhundert nimmt ein Verbindungstrakt zwischen den beiden bestehenden Bauteilen diese Treppe auf.
Das verschieferte Fachwerk-Obergeschoß mit den Turmhauben und dem geschweiften Giebel entsteht neu. Der alte Bau muß einen neuen Eingang erhalten (jetzt Hoteleingang). Eine Balustrade im 4. Stock schafft Verbindung zwischen den beiden Türmen. So schufen hier feinsinnige Baumeister als lebendigen Ausdruck des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit einen der schönsten Profanbauten im Moseltal.
1803 - nach dem Zusammenbruch der Kirchenstaaten im Rheinland kam- im Zuge der Säkularisation (für 3800 französische Goldfranken) - das Kurfürstliche Besitztum in private Hand. Der älteste Teil ist seit 1948 von seinem heutigen Besitzer in den Dienst der Gastlichkeit gestellt worden. Der frühere Trutz- und Schutzbau, ein schlichter ländlicher Herrensitz, hat wieder eine ganz gegenwärtige Aufgabe in dem geschichtsreichen Reiseland an der Mosel. Wo 1521 Kaiser Maximilian und 1847 Friedrich Wilhelm IV. , der König von Preußen, Einkehr hielten, kann heute jedermann ein Gast sein.